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Die Berufschulstufe

1. Allgemeine Ziele der Berufsschulstufe und Grundlagen der Arbeit

Im 10. bis 12. Schuljahr gehen die Schülerinnen und Schüler in die Berufsschulstufe. Sie sind in der Regel zwischen 15 und 19 Jahren alt. Gemeinsam ist allen Schülerinnen und Schülern der Berufsschulstufe, dass sie sich am Übergang zum Erwachsenwerden befinden. Wichtige Themen in dieser Entwicklungsphase sind daher die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, den persönlichen Fähigkeiten und Interessen sowie das Streben nach Selbstständigkeit. Ein Schwerpunkt des Unterrichts in der Berufsschulstufe ist es daher, gemeinsam mit dem jeweiligen Schüler/ der jeweiligen Schülerin eine konkrete Zukunftsvorstellung im beruflichen und privaten Bereich zu entwickeln und Wege zu zeigen, diese umzusetzen.

Grundlage der Arbeit ist der Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte.

Mit Blick auf die Zeit nach der Schule nehmen die Bildungsbereiche Selbständige Lebensführung und Mensch in der Gesellschaft den Schwerpunkt der Arbeit in der Berufsschulstufe ein.

Mit den Schülerinnen und Schülern wird in Zusammenarbeit mit den Eltern eine individuelle Lebens- und Berufswegeplanung durchgeführt. Zu Beginn jeden Schuljahres findet ein Perspektivengespräch statt, in dem die nächsten Schritte auf dem Weg in die berufliche und private Zukunft geplant werden. Bei Bedarf nehmen an diesem Gespräch auch Fachleute der nachschulischen Partner (z.B. Integrationsfachdienst) teil. Diese Gespräche bilden die Grundlage für ein lebensweltorientiertes Lernen.

2. Angestrebte Kompetenzen
 

Schülerinnen entwickeln Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich selbständiger Lebensführung (z.B. Mobilität und Selbstversorgung)

I. Personale Kompetenz Schülerinnen erfahren, schätzen ein, verändern und akzeptieren eigene Stärken und Schwächen.

II. Sachkompetenz Schülerinnen nutzen Erfahrungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit um Zukunftsperspektiven entwickeln und Entscheidungen treffen zu können.

III. Kommunikative Kompetenz SchülerInnen können Wünsche und Bedürfnisse ihrem Sprachniveau entsprechend ausdrücken, verstehen und mit anderen in Dialog treten.

IV. Methodische Kompetenz SchülerInnen erproben und orientieren sich in verschiedenen Arbeitsfeldern und den dazugehörigen Arbeitsprozessen. Dabei entwickeln sie Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. Ausdauer, Pünktlichkeit…) für das Arbeitsleben.

V. Soziale Kompetenz SchülerInnen kennen, wählen aus und nutzen soziale Netzwerke und Unterstützungsmöglichkeiten (z.B. WfbM, 1. Arbeitsmarkt, Freizeitanbieter)

3. Umsetzung der Bildungsbereiche im Unterricht
 

Die Unterrichtsinhalte werden in allen Bildungsbereichen differenziert den individuellen Bedürfnissen und Lernvoraussetzungen der Schüler angepasst und entsprechend umgesetzt.

3.1 Selbständige Lebensführung
3.1.1 Selbstversorgung

Die Schüler werden in den Bereichen Körperhygiene, Ernährung und Hauswirtschaft so unterstützt, dass sie eine weitestgehende Selbständigkeit erreichen. Unterrichtsfelder sind hier:

  • Hauswirtschaftsunterricht
  • Pflege der schuleigenen Wäsche
  • An- und Ausziehen im Sport- und Schwimmunterricht
  • Schullandheim und Trainingswohnung
  • Toilettentraining/ Hygienetraining in gezielter Einzelförderung
  • Pflege der eigenen Wäsche (Bedienung der Waschmaschine, Pflegeanleitungen lesen…)
  • Gemeinsame Mahlzeiten

3.1.2 Mobilität

In diesem Bereich des Unterrichts sollen die Schüler je nach ihren individuellen Möglichkeiten lernen, sich in Ihrer Umgebung zu orientieren und möglichst selbstständig zurechtzufinden. Das Mobilitätstraining wird in den Unterrichtsalltag eingebunden.

- Schulhaus und Umgebung

  • kleine Botengänge im Schulhaus erledigen
  • Einkäufe möglichst selbständig erledigen

- Schulweg

  • alleine zur Schulbushaltestelle kommen bzw. von dort wieder nach Hause
  • ganz selbständig zur Schule kommen
  • Verkehrserziehung

- Öffentliche Verkehrsmittel

  • die selbstständige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs erlernen. Dazu gehört das Lesen von Fahrplänen sowie das Planen und Realisieren von Fahrten. Ebenso wird das angemessene Verhalten auf den Bahnsteigen und an Bushaltestellen geübt, sowie Handlungsmöglichkeiten bei Fahrplanänderungen.

- Gezieltes Mobilitätstraining, um wichtige Wege alleine bewältigen zu können. - Passierschein

  • Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit einen Passierschein zu bekommen, mit dem sie in der Pause das Schulgelände ohne Begleitung verlassen können.

3.1.3 Wohnen und Freizeit

Wohnen Im Unterricht der Berufsschulstufe werden unterschiedliche Wohnformen thematisiert und in der Trainingswohnung auch praktisch erprobt. Hier können auf unterschiedlichen Ebenen Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Selbständigkeit gemacht werden. Die Zielsetzungen für die einzelnen SchülerInnen werden individuell vereinbart und in verschiedenen Ausprägungen umgesetzt:

  • Selbständig und ohne Eltern übernachten
  • Möglichkeit, am Wochenende ganz alleine mit Lehrer in Rufbereitschaft das Wohnen zu üben.
  • Freizeit selbst planen und gestalten (Gesellschaftsspiele, Kinobesuche, neue Freizeitmöglichkeiten kennenlernen…)
  • Haushalt und Versorgung (Betten beziehen, Schränke einräumen, Putzen, Einkauf, Lebensmittel kaufen, kochen, Wäschepflege…)
  • Pünktlichkeit und Zeitmanagement üben (Tagesablauf einteilen, Termine wie Praktikum, Schule etc. einhalten

Freizeit Inhalt dieses Bildungsschwerpunktes ist es z.B. im Schullandheim oder in der Trainingswohnung, freie Zeit selbst zu planen und zu gestalten. Innerhalb des Schulalltags werden die Schülerinnen und Schüler dazu hingeführt, aus freiwilligen Unterrichtsangeboten auszuwählen. Übergeordnetes Ziel ist es die persönlichen Interessen auch außerhalb der Schule zu verfolgen. In verschiedenen nachschulischen AGs werden Möglichkeiten der Freizeitgestaltung angeboten (z.B. Freizeit-AG, Theater-AG, Schulband)

3.1.4 Arbeit

In der Berufsschulstufe erlernen und üben die Schüler grundlegende Fertigkeiten um Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien. Sie lernen unterschiedliche Tätigkeiten und Arbeitsplätze kennen. Dadurch sollen sie eine Vorstellung von der Arbeitswelt erlangen, um möglichst selbständige Entscheidungen hinsichtlich der Wahl des zukünftigen Arbeitsplatzes treffen zu können. Sowohl im Unterricht als auch in den individuell vereinbarten Praktika erlernen die Schülerinnen Schlüsselqualifikationen wie Ausdauer, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit. Umsetzung im Unterricht:

  • Arbeitstag: Donnerstags finden klassenübergreifende Arbeitsgruppen statt. Hier können Schüler aus wechselnden Angeboten ( Holz, Metall, Hauswirtschaft, Montage, Dienstleistungen…) wählen.
  • Arbeitsphase: Zur Vorbereitung der Gruppenpraktika und zur Herstellung von Produkten für den Verkauf beim Niklasmarkt in Cannstatt finden während der Arbeitsphase (Oktober- November) die Arbeitsgruppen an zwei Tagen in der Woche statt.
  • Schülerfirma Projekt Arbeit (zur Homepage)

In der Schülerfirma Projekt Arbeit erledigen Schüler aus den drei Stuttgarter Schulen für Geistigbehinderte und der Schule für Körperbehinderte Aufträge für Privatleute, Firmen und städtische Betriebe. Für die geleistete Arbeit erhalten sie ein Taschengeld. Dabei entwickeln sie Vorstellungen und Vorlieben von möglichen Arbeitsfeldern. Sie erleben die eigene Leistungsfähigkeit, erfahren aber auch persönliche Grenzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, im Team zu arbeiten, Arbeit zu organisieren und zu strukturieren, sowie die Wege zu den einzelnen Arbeitsstellen zu bewältigen.

Praktika:

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe haben die Möglichkeit verschiedene Praktika zur Berufsorientierung zu absolvieren. Diese können sowohl in Werkstätten für behinderte Menschen, Förder und Betreuungsbereichen als auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchgeführt werden.

In den verschiedenen Praktika entwickeln die Schülerinnen und Schüler Interessen und Präferenzen bezüglich ihres beruflichen Werdeganges. Durch eine enge Verzahnung zwischen schulischer Förderung und den Erfahrungen aus den Praktika entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine realistische Einschätzung ihrer beruflichen Möglichkeiten. An der Helene-Schoettle-Schule werden Praktika in verschiedenen Bereichen innerhalb und außerhalb der Schule angeboten:

Schulinterne Praktika:
In den schulinternen Praktika haben die Schüler die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit eigenverantwortlichen Tätigkeiten zu machen. Sie können ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechend, als Klassenhelfer, Bürogehilfe, Küchenhilfe oder im Hausmeisterdienst eingesetzt werden.

Gruppenpraktika:
Alle SchülerInnen und Schüler nehmen Ende November, Anfang Dezember an einem einwöchigen Gruppenpraktikum im Klassenverband teil. Hier haben die Schüler die Möglichkeit in den drei Berufsschuljahren alle drei Stuttgarter Einrichtungen (Lebenshilfe, Caritas, BHZ) kennenzulernen. Schülerinnen und Schüler mit höherem Förderbedarf erhalten im Förder- und Betreuungsbereich der Werkstätten Angebote zur Qualifizierung. Schülerinnen und Schüler im 12. Schulbesuchsjahr machen ein zweiwöchiges Praktikum in der jeweiligen Einrichtung.

Im Rahmen des Gruppenpraktikums findet ein Elternnachmittag statt, an dem die Eltern die Werkstatt kennenlernen können.

Am Ende des Praktikums findet ein Auswertungsgespräch mit Schüler, Jobcoach und Klassenlehrer statt. Die Schüler erstellen einen Praktikumsbericht, der zur Dokumentation und zur Auswertung des Praktikums dient. Regelungen für das Gruppenpraktikum:

  • der Termin für das Gruppenpraktikum wird am „Runden Tisch der Schulen und nachschulischen Partner“ vereinbart
  • Frühzeitig nach den Sommerferien wird im Team der BS das Gruppenpraktikum geplant und sichergestellt, dass jeder Schüler auch bei Klassenwechsel in die richtige Einrichtung geht. Die Klassenlehrer nehmen Kontakt mit den jeweiligen Werkstätten auf und vereinbaren Termine für den Schnuppertag, an dem die Schüler im Vorfeld die Werkstatt anschauen und sich vorstellen können und den Elternnachmittag.
  • Die Betreuung der Schüler durch die Schule während des Praktikums wird im Klassenteam bzw. in der Stufe geregelt. Auch betreuende Kräfte und FSJ´ler werden als Ansprechpartner für Schüler und Werkstätten vor Ort eingesetzt.
  • Die Wege zur Werkstatt und zurück werden je nach Schülervoraussetzungen individuell gestaltet: Schulbus bzw. Fahrdienst für Nicht- Selbstfahrer, Öffentliche Verkehrsmittel mit Begleitung und Selbstfahrer. Bei Bedarf wird der Weg zur Werkstatt im Mobilitätstraining geübt.

Einzelpraktika in Werkstätten für behinderte Menschen /Förder- und Betreuungsbereiche
Jederzeit können auch individuelle Einzelpraktika in den Einrichtungen für behinderte Menschen vereinbart werden. Dies geschieht in der Regel dann, wenn Schüler vor der Entscheidung stehen, in welche WfbM sie nach der Schule gehen wollen. Diese Praktika werden durch den Klassenlehrer vereinbart und ggf. durch Lehrer, betreuende Kräfte oder FSJ´ler betreut.

Einzelpraktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
In enger Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD) können Schülerinnen und Schüler Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden. Diese dienen dazu, Erfahrungen in der Arbeitswelt außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen zu sammeln. SchülerInnen können so ihre persönlichen Vorstellungen mit den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes abgleichen. Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt werden in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD) individuell mit den Schülern bzw. Eltern vereinbart.

Im Perspektivengespräch, das zusammen mit dem Vertreter des IFD geführt wird, werden Ziele für das Schuljahr vereinbart und Praktikumswünsche der Schüler erfasst. Der Integrationsfachdienst vermittelt die Praktikumsstellen, geht in Absprache mit den Klassenlehrern zu Vorstellungs- und Auswertungsgesprächen. Die Schüler erstellen einen Praktikumsbericht. Anhand des Praktikumsberichts und den Auswertungsgesprächen werden die nächsten Ziele und Schritte vereinbart. Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt werden in Bezug auf Dauer und Tagesarbeitszeit individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers angepasst.

Fahrten zur Praktikumsstelle werden bei Bedarf im Mobilitätstraining geübt. Eingebunden in die persönliche Zukunftsplanung werden alle Praktika werden vorbereitet und ausgewertet. Dokumentiert wird jedes Praktikum durch einen Praktikumsbericht, der neben Tätigkeitsberichten auch Beurteilungsbögen zur Selbst- und Fremdeinschätzung enthält.

3.2 Mensch in der Gesellschaft
3.2.1 Identität und Selbstbild
 

Die SchülerInnen erhalten die Möglichkeit, sich mit ihrer eigenen Person, ihrem direkten und weiteren Lebensumfeld und ihrer Lebensperspektive auseinanderzusetzen. Verschiedene unterrichtliche und außerunterrichtliche Veranstaltungen und Angebote tragen dazu bei, zum Beispiel:

  • Teilnahme an Sportveranstaltungen
  • Schülerwettbewerb zur politischen Bildung
  • Schulband und Theater-AG
  • Geschlechtsspezifischer Unterricht und Sexualkunde

3.2.2 Leben in der Gesellschaft

Schülerinnen und Schüler nehmen sich in der Schule als Teil einer Gemeinschaft wahr. Sie lernen verschiedene Beziehungsgefüge kennen und erfahren, dass sie die Gesellschaft mitgestalten können:

  • Kommunikative Fähigkeiten erweitern (z.B. Unterstützte Kommunikation)
  • Themen- und sachbezogener Unterricht (z.B. Rechte und Pflichten)
  • Kooperationen mit schul- und wohnortnahmen Einrichtungen
  • Umgang mit Medien (z. B. PC Führerschein)
  • In der SMV lernen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für eine Gemeinschaft zu übernehmen.
  • Austausch mit ehemaligen SchülerInnen (z.B. beim Ehemaligentreffen oder der Abschlussfeier)
4. Unterrichtsformen in der Berufsschulstufe:
 

Neben dem Unterricht in den Klassen wird in Differenzierungsgruppen, sowie klassenübergreifend projektorientiert unterrichtet. Diese Arbeitsprojekte und die Unterrichtsinhalte werden in der Jahresplanung aktuell ausgewiesen.

4.1. BVE (Berufsvorbereitende Einrichtung)

Ein Teil der Schülerinnen und Schüler geht auf eigenen Wunsch und Empfehlung der Berufswegekonferenz in Klassen an Stuttgarter Berufsschulen(BVE, KoBV). In enger Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Berufsschulen werden Schülerinnen und Schüler in dieser Maßnahmen auf eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt vorbereitet. Sonderpädagogen und Berufsschullehrer haben ein spezielles Curriculum entwickelt, nachdem sie gemeinsam unterrichten. Das BVE dauert ein bis drei Jahre, danach kann dann das KoBV (Kooperative Berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt) anschließen. Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes und Jobcoaches unterstützen die Schüler an der Berufsschule in ihren Praktika und bei der Arbeitsplatzsuche. In diesem Rahmen finden vermehrt Langzeitpraktika statt.

5. Berufswegekonferenzen

In einer Berufswegekonferenz erhalten die Schülerinnen und Schüler Beratung und Unterstützung zu selbstgewählten Themen ihrer Lebens- und Berufsplanung. Diese Konferenzen finden immer dann statt, wenn für den Schüler eine Veränderung der schulischen bzw. beruflichen Bildung ansteht. Zur Vorbereitung einer Berufswegekonferenz erarbeiten die Schülerinnen und Schüler eine persönliche Powerpoint-Präsentation, deren Inhalt bisherige Schritte der eigenen Lebens- und Berufsplanung (z.B. Gruppen- bzw. Einzelpraktika, Arbeits-, Wohn- und Freizeitwünsche, …) unter Berücksichtigung selbst- und fremdevaluierender Faktoren zu dokumentieren und beleuchten versucht. Persönliche Interessen, Neigungen aber auch Grenzen sollen dabei für die Schülerinnen und Schüler transparent gemacht und in Abgleich zu ihren individuellen Möglichkeiten gebracht werden. Einzelfall-Kompetenzanalysen ergänzen diesen Prozess. An den Berufswegekonferenzen nehmen in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern diejenigen Personen und Institutionen teil, die die Schüler bei der aktuellen Fragestellung beraten können.

Dies sind zum Beispiel:

  • Eltern bzw. gesetzliche Vertreter
  • Agentur für Arbeit (Reha-Berater)
  • Integrationsfachdienst
  • Klassenlehrerin/Klassenlehrer
  • Vertreter der Werkstätten
  • Schulleitung

Ziel ist es, alle notwendigen Schritte zur Eingliederung in die Arbeitswelt zu planen sowie unterstützende soziale Netzwerke zur Zukunftssicherung aufzubauen.

 
6. Informationsmöglichkeiten für Eltern

Neben individuellen Beratungsgesprächen finden zweimal im Schuljahr Elternabende zu aktuellen Themen statt.

Eine weitere Möglichkeit für Eltern, sich zu informieren ist die Infobörse: Die Infobörse findet alle eineinhalb Jahre an einer der vier Stuttgarter Sonderschulen statt. Hier sind alle nachschulischen Partner mit Infoständen vertreten. Sie bieten interessierten Eltern und Jugendlichen die Möglichkeit, die vielfältigen beruflichen Angebote im Großraum Stuttgart kennenzulernen. Darüber hinaus kann man sich auch über Wohn- und Freizeitmöglichkeiten, sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

 7. Team

Im Team der Berufsschulstufe arbeiten

  • Fachlehrerinnen und Fachlehrer
  • Sonderschullehrerinnen und Sonderschullehrer
  • Lehramtsanwärterinnen und Anwärter
  • FSJs
  • Betreuende Kräfte

Alle am Unterricht beteiligten sind für die Gestaltung des Unterrichts verantwortlich. In wöchentlichen Besprechungen und Konferenzen werden Unterrichtsprojekte geplant, sowie konzeptionelle Fragen erörtert und weiterentwickelt.

8. Geschlechtsspezifische Erziehung in der Berufsschulstufe der Helene- Schoettle- Schule

Erwachsenwerden ist ein zentrales Thema für die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe. Sie setzen sich mit Themen wie Körperlichkeit, Sexualität und Partnerschaft auseinander. In der Berufsschulstufe der Helene-Schoettle-Schule finden diese Themen Platz in der Männer- und Frauen AG, die immer im 2. Schulhalbjahr 2 stündig mittwochs stattfindet. Hier erfahren die Schüler alles über: Freundschaft, Partnerschaft, Sexualität , Verhütung, sexuelle Gewalt und wie man sich davor schützt, Kinderwunsch… . Aber auch der Umgang mit Gefühlen, das Rollenverständnis und die eigene Identität sind wichtige Themen in diesem Unterricht. Die Schüler können in diesen AG´s ihre eigenen Fragen, Sorgen und Probleme einbring

en und erhalten auch (jederzeit) individuelle Unterstützung beispielsweise durch die Vermittlung an Beratungsstellen wie ProFamilia.