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Die Grundstufe

Stufenprofil der Grundstufe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Kind nach dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte in den ersten Schulbesuchsjahren zu unterrichten. An der Helene-Schoettle-Schule gibt es aktuell drei verschiedene Angebote: Möglich ist eine Beschulung an der Stammschule (Helene-Schoettle-Schule), eine Beschulung in einer der Außenklassen der Helene-Schoettle-Schule an der Grundschule in Hofen und die Beschulung in einer inklusiven Klasse.

Grundsätzlich werden jedoch an allen Standorten gleiche Kompetenzen in den ersten vier Schulbesuchsjahren angestrebt. Da sich die Standorte aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterscheiden, verweisen wir auf die Darstellung der verschiedenen Standorte mit ihren Besonderheiten weiter unten im Text.

Angestrebte Kompetenzen in der Grundstufe:

  • Die Schülerinnen und Schüler nehmen sich als Person mit Stärken und Schwächen wahr. Sie werden von den Lehrerinnen und Lehrern in ihrer Selbständigkeit unterstützt und lernen bei Bedarf Hilfe anzufordern und anzunehmen.
  • Im Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler Bilder, Zahlen, Buchstaben und Schrift, sowie deren Bedeutung im Alltag kennen und anzuwenden.
  • Die Schülerinnen und Schüler erleben sich als Kommunikations- und Interaktionspartner und entwickeln ihre individuellen Äußerungsformen weiter.
  • Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Tages- und Ordnungsstrukturen im Schulalltag wahr und lernen sich zeitlich und räumlich zu orientieren.
  • Die Schülerinnen und Schüler nehmen sich als Teil einer Gruppe wahr und entwickeln ihr individuelles Regelverständnis und ihre sozialen Umgangsformen weiter.
 

Die Konzeption der Grundstufe an der Helene-Schoettle-Schule

Die vierjährige Grundstufe bedeutet für die Kinder den Einstieg in das Schulleben, Die Schulanfänger kommen mit ihren individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen und Erwartungen aus dem Elternhaus, dem Kindergarten oder ähnlichen Einrichtungen in der Schule an. Diese Vorerfahrungen, sowie die Stärken und der Förderbedarf der Kinder bilden in der Grundstufe die Grundlage und den Ausgangspunkt schulischen Lernens in den ersten Schulwochen. In der Schule nehmen sich die Kinder als Teil einer Gruppe wahr und entwickeln in diesem Rahmen ihre Interaktions- und Kommunikationsformen weiter. Nach Bedarf werden Hilfsmittel aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation gemeinsam mit den Eltern abgesprochen und eingesetzt.

Schon vor dem Schuleintritt haben Eltern und Kinder frühzeitig die Möglichkeit, die Helene-Schoettle-Schule und die weiteren Beschulungsformen durch Hospitationen in Klassen kennen zu lernen. Sie werden vor Schuljahresbeginn durch einen Infobrief über die Gegebenheiten in der Klasse, Termine und benötigte Anschaffungen informiert. Zusätzlich findet im Vorfeld ein Elternabend für die Eltern der Schulanfänger statt. Mit der Einschulungsfeier wird dann der Eintritt des neuen Schulkindes in einen anderen Lebensabschnitt in einem würdigen Rahmen feierlich begangen. Abhängig von der Zahl der Schulanmeldungen können jahrgangsgemischte Klassen gebildet werden.

In den ersten Schulwochen liegt der Schwerpunkt des Unterrichtsgeschehens auf der Eingewöhnung der Schulanfänger in ihre neue Umgebung. Sie lernen ihre Klasse, die Schule und den Tagesablauf mit seinen Strukturen und Regeln kennen. Der Klassenlehrer begleitet die Klasse konstant durch die Schulwoche und ist Ansprechpartner für alle Belange. Von Anfang an ist der Schulalltag durch den Stundenplan klar strukturiert und wird gemeinsam jeden Morgen besprochen. Er bietet eine Übersicht über den Tagesablauf mit Unterrichtsstunden, Hofpausen, Frühstück und Mittagessen.

Täglich wiederkehrende Elemente dienen der Orientierung und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit.

  • Der Klassenlehrer holt die Schülerinnen und Schüler vom Bus ab und geht mit ihnen gemeinsam in ihr Klassenzimmer.
  • Der Unterricht beginnt in einem Morgenkreis, um den Schultag gemeinsam zu besprechen, z.B.:
    - das Erlernen der Wochentage und den Datumswechsel mit Unterstützung der entsprechenden Gebärden
    - das gemeinsame Erstellen des Tagesplans anhand des vorhandenen Stundenplans - die Einteilung der Klassendienste
  • Das Frühstück wird gemeinsam vorbereitet und im Klassenzimmer eingenommen.
  • Die Unterrichtsstunden entsprechen den im Stundenplan angegebenen Fächern (Mathematik, Deutsch, Musik, Schwimmen, Sport, TU…)
  • Zum Mittagessen geht die Klasse in Begleitung in den Speisesaal.
  • Die Stunde nach dem Mittagessen ist im Stundenplan als Freizeitstunde (Arbeit-Wohnen-Freizeit), nach Möglichkeit im Freien vorgesehen
  • Am Ende des Schultages wird in den Klassen ein kurzer gemeinsamer Abschluss gestaltet.

In der individuell erforderlichen Eingewöhnungszeit werden die Grundlagen schulischen Lernens angebahnt. Die Grundstufe legt durchweg Wert auf die Erweiterung der Selbständigkeit in allen alltäglichen Bereichen, so z.B. Nahrungsaufnahme, persönliche Hygiene wie Zähneputzen, Händewaschen, Toilettengang, An- und Ausziehen. Den Bedürfnissen der einzelnen Kinder entsprechend suchen wir auch geeignete Kommunikationsformen (z.B. „Unterstützte Kommunikation“: Einsatz von Bildsymbolen, Gebärden, eventuell elektronischen Hilfsmitteln). Nach den ersten Wochen wird mit den Eltern ein Perspektivengespräch geführt, in dem weitere Förderschwerpunkte des Schuljahres für die Erstellung eines Förderplans besprochen werden. Weitere Informations- und Kontaktmöglichkeiten bestehen z.B. beim Laternenlaufen, einem Adventsfrühstück und weiteren Veranstaltungen der Grundstufe im Laufe des Schuljahres.

Unsere Schülerinnen und Schüler lernen ganzheitlich durch Bewegung, Sinneserfahrungen und möglichst selbständiges Handeln. In Formen wie zum Beispiel Einzelförderung, Kleingruppen, Lernen an Stationen und Freiarbeit erwerben die Schüler-/innen grundsätzliche Lern- und Arbeitstechniken für die weitere Schullaufbahn sowie die Grundlagen zum Lesen, Schreiben und der Mathematik auf der Basis ihrer individuellen Voraussetzungen. Dabei können auch klassenübergreifende Lerngruppen gebildet werden. Unterrichtsinhalte sind beispielsweise:

  • Lesen und Schreiben, unterstützt durch den Einsatz schuleigener Anlautgebärden
  • Mathematik
  • Sport und Schwimmen
  • Gestalten und Musik
  • Basale Lernangebote aus den Bereichen Unterstützte Kommunikation und Selbstversorgung ergänzen je nach Bedarf das Unterrichtsangebot
  • Nutzung von Medien
  • Der Grundwortschatz an Gebärden der HSS

Die Jahresplanung des Themenunterrichts in den einzelnen Klassen baut auf den aktuellen Interessen und Lebenswelten der Schüler-/innen und dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte auf. Es werden zudem auch klassenübergreifende Themen in der Grundstufe abgesprochen, die gemeinsame Aktivitäten über die einzelnen Klassen hinaus ermöglichen.

Eine besondere Form des fächerverbindenden Unterrichts ist unsere jährliche Projektwoche, die sich jeweils mit dem aktuellen Unterrichtsthema befasst.

Neben der Arbeit im Rahmen der Schule ist uns auch die Öffnung nach außen wichtig. Mit dem Ziel, altersgemäße soziale Beziehungen zu fördern, schaffen wir unter anderem Begegnungen von Kindern mit und ohne Behinderung in verschiedenen Formen der Kooperation, z.B. in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Außenklassen an der Grundschule, gemeinsamen Lerngängen und gemeinsamer Teilnahme an kulturellen Angeboten.

Am Ende der Grundstufenzeit stellt der Übergang zur Hauptstufe einen neuen Entwicklungsschritt dar. Vielfältige Kontaktangebote in der Pause, im Rahmen der Freizeitgestaltung und in den altersgemischten AGs ermöglichen ein Kennenlernen der älteren Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus planen die Klassenlehrer-/innen in enger Absprache mit den Kolleg-/innen der Mittelstufe Aktivitäten, um den Übergang zu gestalten und zu erleichtern.

 

Beschreibung weiterer Standorte mit ihren Gegebenheiten

Die Konzeption der Außenklassen in Hofen finden Sie hier: Inklusion-GS-Hofen-und-HSS.
Grundsätzlich sind Schülerinnen und Schüler der Außenklassen zughörig zur Helene-Schoettle-Schule, haben die dort gültigen Unterrichtszeiten und erweiterten Angebote

Die Konzeptionen der inklusiv arbeitenden Klassen (Eichendorffschule Kl. 2, Ameisenbergschule 2x Kl. 1, Raichberg-Realschule Kl. 6) sind noch in Arbeit. Grundsätzlich sind inklusiv beschulte Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Regelschule zugeordnet und werden nach den dortigen Unterrichtszeiten unterrichtet. Die sonderpädagogische Begleitung übernehmen Lehrerinnen und Lehrer der Helene-Schoettle-Schule, die im Team mit Regelschullehrern arbeiten.